Mehr Teilnehmende, weniger Vögel: Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" 2026
| © Ulrich Sach / naturgucker.de |
Ich freue mich immer, wenn ich im Garten oder auf dem Balkon die Vögel beobachten kann. Kürzlich fand die Zählung der Vögel durch den NABU im Rahmen der "Stunde der Wintervögel" statt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor!
Erfreulich viele Menschen nahmen in diesem Jahr an der Zählaktion teil, doch die Ergebnisse sind beunruhigend. Einige Vogelarten verzeichnen massive Rückgänge.
Gut eine Woche nach Meldeschluss der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ liegen nun die Endergebnisse vor. Mehr als 145.000 Menschen beteiligten sich am Aktionswochenende im Januar und zählten über 3,27 Millionen Vögel in mehr als 102.000 Gärten und Parks. Damit haben sich rund 20 Prozent mehr Menschen an der Zählung beteiligt als im Jahr zuvor. Zurückzuführen ist das auch auf die winterliche Witterung: Schnee und Frost haben vielen Menschen Lust gemacht, sich mit den Wintervögeln im Garten zu beschäftigen.
Trotz des großen Interesses zeigt die Zählung einen deutlichen Negativtrend: Mit durchschnittlich 32 gesichteten Vögeln pro Garten wurde ein Tiefstand erreicht. Im Vergleich: Bei der ersten Zählung im Jahr 2011 lag der Schnitt noch bei 45,8 Vögeln. Dieser Abwärtstrend lässt sich seit vielen Jahren beobachten. Damit reihen sich auch häufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein.
Deutliche Verluste bei Feld- und Haussperling
Besonders deutlich ist der Rückgang der beiden Spatzenarten. Bundesweit wurden 15 Prozent weniger Haussperlinge und zehn Prozent weniger Feldsperlinge gesichtet als im Vorjahr. In Berlin ist die Lage noch gravierender. Hier sanken die Zahlen um 30 Prozent bei den Feldsperlingen und 45 Prozent bei den Haussperlingen. „Wo all die Spatzen hin sind, müssen wir nun genauer untersuchen“, so NABU-Naturschutzexperte Julian Heiermann. „Klar ist, dass Brutplatz- und Nahrungsmangel seit Jahren ein Problem für die beiden Arten sind. In Berlin könnten ungünstige Witterungsbedingungen in diesem Jahr den Rückgang verstärkt haben.“
Trotz der negativen Trends gab es auch Arten mit deutlichen Zuwächsen. In vielen Regionen wurden insbesondere Kohlmeisen, Blaumeisen, Amseln, Buchfinken und Rotkehlchen häufiger beobachtet als im Vorjahr. Auch mittelhäufige Arten wie Schwanzmeisen, Goldammern und Zaunkönige legten zu.
Bundesweit bleibt der Haussperling trotz Rückgängen an der Spitze der am häufigsten gesichteten Vögel, gefolgt von Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling.
Die „Stunde der Wintervögel" ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum 16. Mal statt. Die nächste Vogelzählung findet mit der "Stunde der Gartenvögel" vom 8. bis 10. Mai statt.
| © NABU |








