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Donnerstag, 31. Dezember 2020

Rückblick

Jahreswechsel 2019: Buenos Aires lässt grüßen! Und schreddert das alte Jahr einfach weg....

Im letzten Jahr zu dieser Zeit war ich gerade aus der Antarktis zurückgekehrt. Kurz vor dem Rückflug nach Frankfurt habe ich den Jahreswechsel in Buenos Aires verbracht - damals noch Corona-frei (oder vielleicht schon nicht mehr??).


Ich erinnere mich an ein Brauchtum, bei dem die Einwohner in Buenos Aires kurz vor Silvester ihre alten, überflüssigen Unterlagen einfach schreddern und Unmengen an Papierschnipseln am Nachmittag aus den Fenstern kippen - Befreiung von alten Lasten. Das tut gut!


Vorsichtshalber habe ich hier in Hamburg heute darauf verzichtet, denn ich will die Müllabfuhr nicht über die Maßen belasten. Die haben ohnehin schon genug zu tun. Die Idee an und für sich finde ich aber klasse! Zu schreddern gäbe es dieses Jahr nämlich reichlich, findet Ihr nicht auch? Guten Rutsch!

Montag, 16. Dezember 2019

Moin Antarctica - Teil 4: Buenos Aires - La Boca


Stadtrundfahrt durch Buenos Aires:

La Boca besticht durch Farbe und Blech

Unser Guide bringt uns jetzt in das alte Hafenviertel La Boca – wiederum verbunden mit einer klaren Aufforderung, keinerlei Wertsachen und schon gar nicht Pässe bei sich zu haben. La Boca bedeutet „die Mündung“ – ein Hinweis darauf, dass La Boca an der Mündung des Riachuelo-Flusses in den Rio de la Plata liegt. Der Riu de la Plata ist übrigens in Buenos Aires 60 Kilometer breit und 400 km weiter bei der Mündung in den Ozean 220 km breit.





 Ich war fasziniert von den vielen ausdrucksstarken Farben: Viele Hütten und Häuser mit Wellblech-Fassade (Wellblech stammt von abgewrackten Schiffen, so der Guide) empfingen uns beim Eintreffen in dieses Armenviertel. Der Reisegruppe wurde geraten, dieses Quartier niemals allein und nach Einbruch der Dunkelheit zu besichtigen.



 


Dennoch empfand ich La Boca als quirliges, sympathisches Künstler- oder sogar Szeneviertel. Neben den teils heruntergekommenen Häusern können sich Besucher in den vielen Souvenirshops umsehen und Andenken erwerben.

Das bunte Treiben in La Boca, gepaart mit dem so ausdrucksstarken Bild der Häuser- und Hüttenkulisse, hat mich begeistert. Und so konnte ich viele Fotomotive mitnehmen von dem kurzen Halt.

Bei der Gelegenheit fragte ich mich: Wie leben die Menschen eigentlich in Buenos Aires?
Buenos Aires hat 15 Millionen Einwohner (entspricht einem Drittel der Einwohner Argentiniens). Interessant ist, dass es aus der Geschichte Argentiniens heraus viele Emigranten gibt: 15% haben italienische Wurzeln (die Lebensart in Argentinien ist der Italiens sehr ähnlich); Deutsche machen 5% aus, die meisten kommen aus Spanien. Nur 5% der Einwohner kommen aus Argentinien selbst. 

Es gibt eine breite Mittelschicht. 80 % der Menschen leben in eigenen Wohnungen. In Buenos Aires verfügen die Neubauten auch heute noch über ein sogenanntes „Mädchenzimmer“ – direkt neben der Küche. Hier leben Hilfen, die sich um Haushalt und Kinder kümmern. So können sich die Erwachsenen gern und ohne schlechtes Gewissen in der Stadt vergnügen und gern ausgehen!

Die Argentinier geben ihr Geld gern aus: Der regelmäßige Kino-Besuch ist sehr beliebt, anschließend geht man Pizza essen (allerdings garniert mit viiiiel Käse!!). Auch Discos, Bars etc. sind angesagt – viele jüngere Leute feiern oft bis in den frühen Morgen hinein – besonders am Wochenende! 

Nicht zu vergessen der Tango: Früher wurde Tango in den „Etablissements“ – in Bordellen getanzt – sehr versteckt und nicht offiziell. Noch heute sind die weiblichen Tänzerinnen wie „Prostituierte“ gekleidet, die Männer wie die „edlen Herren“. 

Diese Herren der Oberschicht pendelten häufig (auch mit ihren Familien) zwischen Paris und Buenos Aires hin und her (deren Güter wurden von Verwaltern geführt). Und so kam es, dass der Tango eigentlich in Paris gesellschaftsfähig wurde und von dort aus wieder nach Buenos Aires kam und hier ebenfalls angesehen war. Heute gibt es viele Möglichkeiten, in Buenos Aires Tango zu tanzen. Bandoneon, Geige und Klavier gehören zum Tango untrennbar dazu. Wusstet ihr, dass das Bandoneon in Deutschland produziert wird? Mittlerweile gibt es aber auch eine Fabrik des deutschen Herstellers in Argentinien.


Moin Antarktis Teil 3: Buenos Aires - Catedral Metropolitana


Stadtrundfahrt durch Buenos Aires –

Besuch der Catedral Metropolitana Santisima Trinidad

Als nächster Stopp stand während unserer Stadtrundfahrt die Catedral Metropolitana Santisima Trinidad de Buenos Aires auf dem Programm. Sie liegt direkt im Zentrum am Plaza de Mayo – hier befinden sich auch der Präsidentenpalast sowie das alte Rathaus. 

 
 
Die katholische Hauptkirche besticht durch ein imposantes Kirchengebäude mit kostbaren Statuen und aufwendigen Dekorationen. Im Inneren findet man beispielsweise drei lebensgroße weibliche Figuren über dem Grab des Generals und Freiheitskämpfers José de San Martin, der hier begraben ist. Die Figuren stehen als Symbol für Argentinien, Chile und Peru. 
Der Papst Franziskus war übrigens in der Catedral Metropolitana Santisima Trinidad de Buenos Aires jahrelang Bischof, bevor er nach Rom ging.

Imposant auch der Präsidentenpalast „Casa Rosada“, von dessen berühmtem Balkon Evita Péron damals zu den Menschenmassen sprach.
 
Um den Plaza Mayo herum wirkt befremdlich, dass hier viele Mütter mit ihren vielen kleinen Kindern auf der Straße leben und betteln – sie schlafen und leben auf aufgestapelten Matratzen ganz in der Nähe der „Casa Rosada“. Obwohl Argentinien als sicherstes Land in Südamerika gilt, warnt uns der Guide davor, irgendwelche Wertsachen (Uhren, Schmuck etc.) mitzunehmen, wenn wir den Bus verlassen.