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Donnerstag, 23. Juli 2026

Hagenbeck

Aus dem Stand drei Meter 
Enrichment für die Servale bei Hagenbeck 

Serval © Lutz Schnier

Für die beiden Serval-Brüder, die im April zum Tierpark Hagenbeck gekommen sind, hat sich Reviertierpfleger Uwe Fischer eine ganz besondere Beschäftigungsmethode ausgedacht. Damit die eleganten Wildkatzen ihre natürlichen Fähigkeiten ausleben können, befestigt er an einer langen, selbstgebauten Angel Futter, das mit Federn versehen ist. Durch die bewegliche Präsentation werden die Servale dazu angeregt, ihre Umgebung aufmerksam zu beobachten, blitzschnell zu reagieren und mit eindrucksvollen Sprüngen nach ihrer Beute zu greifen.

Serval © Lutz Schnier

„Die Gestaltung eines abwechslungsreichen Alltags ist bei Hagenbeck ein großes und wichtiges Thema. Zum einen leben die Katzen ihre Instinkte aus, zum anderen können die Besucher beobachten, zu was die beiden eigentlich im Stande sind. Mit dem Enrichment unterstützen und fördern wir die Tiere.“, berichtet Uwe Fischer. Die afrikanischen Wildkatzen sind für ihre außergewöhnliche Sprungkraft bekannt. In der Natur nutzen sie diese Fähigkeit, um Vögel aus der Luft zu schlagen und Beutetiere im hohen Gras aufzuspüren.

Das Enrichment ist ein wichtiger Bestandteil des modernen Tiermanagements und trägt maßgeblich zum Tierwohl und zur Zufriedenheit aller Hagenbeck-Bewohner bei. Es schafft Abwechslung im Alltag, fördert Bewegung und stärkt natürliche Verhaltensweisen. Gleichzeitig ermöglicht es den Tierpflegern, die Tiere aktiv, individuell und gezielt zu beschäftigen. Mit solchen Maßnahmen unterstreicht der Tierpark Hagenbeck seinen Anspruch, den Tieren ein abwechslungsreiches und artgerechtes Umfeld zu bieten und somit das Tierwohl aktiv in den Mittelpunkt der täglichen Arbeit zu stellen.

 

Dienstag, 3. März 2026

Hagenbeck

Eisiger Neuzugang bei Hagenbeck
Neuer Eisbärenmann im Tierpark eingezogen
 

© Hagenbeck

Der Tierpark Hagenbeck begrüßt einen besonderen Neuankömmling: Eisbärenmann Rasputin ist wohlbehalten aus Aalborg in Hamburg eingetroffen.

Der Transport aus Dänemark dauerte rund fünf Stunden. Nach seiner Ankunft zeigte sich der 626 Kilogramm schwere Bär aufmerksam und vital – er stieg munter aus der Transportbox und erkundete neugierig den Innenbereich seiner neuen Anlage. Bereits heute soll Rasputin erstmals die Außenanlage beziehen. Die Umsiedlung ist Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), dass die genetisch sinnvolle Zusammenstellung von Zuchtpaaren in zoologischen Einrichtungen koordiniert.

© Hagenbeck

Tierarzt Dr. Michael Flügger betont die Wichtigkeit des Neuzugangs: „Er hat für uns eine große Bedeutung, da er genetisch hervorragend zu unserer Victoria passt. Gemeinsam sollen die beiden künftig für wertvollen Nachwuchs sorgen.“ Das EEP hat bereits die Empfehlung ausgesprochen, Rasputin und Eisbärin Victoria zusammenzuführen. Ziel ist es, einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Art zu leisten und die genetische Vielfalt innerhalb der Zoopopulation zu stärken. Zunächst wird Rasputin sich in Ruhe eingewöhnen. Danach ist ein behutsames Kennenlernen der beiden Tiere vorgesehen.

© Hagenbeck

Eisbären zählen zu den Einzelgängern, nur zur Paarungszeit kommen Männchen und Weibchen zusammen. Diese liegt in der Regel zwischen März und Mai. Nach erfolgreicher Paarung folgt eine sogenannte Keimruhe: Der Embryo entwickelt sich zunächst nicht weiter, sondern nistet sich erst im Herbst in der Gebärmutter ein. Die eigentliche Tragzeit beträgt dann etwa zwei bis drei Monate. Insgesamt vergehen von der Paarung bis zur Geburt rund acht Monate. Die Jungtiere kommen meist zwischen November und Januar in einer geschützten Wurfhöhle zur Welt. Bei der Geburt sind sie nur etwa 600 bis 700 Gramm schwer und vollkommen auf die Fürsorge ihrer Mutter angewiesen.

Mit Rasputins Einzug setzt der Tierpark Hagenbeck ein wichtiges Zeichen für den internationalen Artenschutz und hofft nun auf eine nachwuchsreiche Zukunft für das neue Eisbärenpaar.

 

Donnerstag, 22. Januar 2026

Hagenbeck

Kronenkranich ist Zootier des Jahres 2026

© Lutz Schnier

Eine auffällige goldene Federkrone, ein eleganter Körperbau und ein anmutiges Erscheinungsbild – der Kronenkranich ist nicht nur ein ansprechender Botschafter für seine Art, sondern auch ein besonderer Repräsentant für den Artenschutz. Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) ernennt den Kronenkranich daher zum Zootier des Jahres 2026. Diese Auszeichnung soll auf die zunehmende Gefährdung dieser Tierart aufmerksam machen, die von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als stark gefährdet eingestuft wird.


Als Bewohner von Feuchtgebieten und Savannen ist der Kronenkranich stark von intakten Lebensräumen abhängig. Doch genau diese gehen durch Zerstörung dieser Gebiete und menschliche Eingriffe verloren. Auch der verstärkte Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft, die Kollision mit Stromleitungen, der illegale internationale Wildtierhandel und die direkte Bejagung durch den Menschen zur Verwendung als Nahrungsmittel tragen dazu bei, dass die Kronenkranichbestände in vielen Regionen Afrikas seit Jahren zurückgehen. In Ostafrika nahm die Zahl der Tiere in den vergangenen 40 Jahren um 80% ab.

© Lutz Schnier

Bei Hagenbeck lebt ein Ostafrikanisches Kronenkranich-Pärchen (Balearica regulorum gibbericeps) gemeinsam mit den Störchen auf einer Anlage. Die Tiere können eine beeindruckende Flügelspannweite von bis zu zwei Metern und eine Größe von bis zu 105 Zentimetern erreichen. Im Freiland leben die Tiere südlich der Sahara in Afrika. Diese Tierart gilt zudem als Glücksbote und Wächter über die Gesundheit der Menschen und des Viehs. Als Heuschreckenjäger unterstützen Kronenkraniche dabei, die Entstehung riesiger Wanderheuschrecken-schwärme, die in der Lage sind, ganze Ernten zu vernichten, einzudämmen.

Das Artenschutzengagement von zoologischen Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen der Kampagne, die Aufklärungsarbeit, die Errichtung von Schutzprojekten und die Erhaltung von bedrohten Lebensräumen ist daher enorm wichtig. Um seine Besucher die Besonderheiten dieser faszinierenden Tiere näherzubringen und über den Bedrohungsstatus zu informieren, sind im Tierpark Hagenbeck Aktionstage geplant. Veranstaltungshinweise gibt es hier: www.hagenbeck.de.

 

Samstag, 6. Dezember 2025

Hagenbeck

Nikolaus-Aktion im Tropen-Aquarium

Tierische Unterrichtsstunde bei den Kattas

© Götz Berlik

Einen Tag vor Nikolaus gab es im Katta-Dorf eine besondere Aktion – eine tierische Unterrichtsstunde zum Thema Artenschutz für die Klasse 3b der Moorwegschule Wedel. Gemeinsam mit Klassenlehrerin Heike Kampmann haben sich die Schüler zum Thema Artenschutz spannende Fragen überlegt, die Hagenbecks Zootierarzt Dr. Michael Flügger kindgerecht und geduldig beantwortete. Neben Fragen wie „Welches Tier ist das seltenste, das bei Hagenbeck lebt?“ oder „Was heißt eigentlich Artenschutz?“ wollten die Kinder ganz viele Infos zu Alter, Größe, Nahrung und Beißkraft der Kattas wissen. Die Natur und die Wichtigkeit des Artenschutzes an die Jüngsten zu vermitteln, hat für den Veterinär eine hohe Relevanz:

„Ich denke, das ist eine der wichtigsten Aufgaben der Zoos, dass wir mit den ganz Kleinen anfangen und ihnen nahebringen, wie toll und faszinierend Tiere sind und wie wichtig es ist, dass sie auf der Welt erhalten werden. Das ist die Generation, die den Naturschutz der Zukunft machen wird und wenn wir es schaffen, dass unsere Kinder sagen, wir wollen auf unsere Welt aufpassen, dann haben wir einen ganz großen Schritt in die richtige Richtung getan.“

Nach geleisteter Arbeit gab es dann für die Kinder vom Nikolaus höchstpersönlich eine schokoladige Belohnung. Auch die Katta-Gruppe erhielt eine extra Leckerei. Im geschmückten Katta-Dorf verteilte Hagenbeck-Mitarbeiter Jörg Walter neben Karottenscheiben auch ein paar Obst-Häppchen – natürlich nur so viel, wie die Tiere vertragen.

Im Freiland leben Kattas auf Madagaskar. Die Tiere werden jedoch auf der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als stark gefährdet eingestuft. Der Grund: die Abholzung ihres Lebensraums, die zunehmende Trockenheit und die Jagd auf die Tiere. Somit leistet Hagenbeck mit seiner Beteiligung am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung dieser Tierart.

 

Dienstag, 23. September 2025

Hagenbeck

Artenschutz-Aktion bei Hagenbeck
Kostenfreie Exklusivführung für Besucher

Krokodilschwanzechse © Lutz Schnier

Biodiversität, Arterhaltung und Klimaschutz sind die zentralen Zukunftsthemen, für die sich Hagenbeck ganz besonders stark macht. Zoos spielen eine enorm wichtige Rolle bei dem Erhalt der Artenvielfalt und wollen Ihre Besucher informieren und zum Handeln bewegen, denn jeder einzelne kann seinen Beitrag leisten.

Anfang Oktober dreht sich in verschiedenen zoologischen Einrichtungen und Museen alles um das Thema Artenschutz. Unter dem Motto „Achtung Artenvielfalt!“ findet deutschlandweit eine Aktionswoche statt, die von der FEdA (Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt) ins Leben gerufen wurde und auf die Wichtigkeit der Themen Artenschutz, Arterhaltung und Biodiversität aufmerksam macht.

Korallen-Saumriff © Hagenbeck

Auch Hagenbeck ist Teil dieser Aktionswoche und bietet Besuchern vom 06. bis zum 10. Oktober, jeweils um 14.30 Uhr eine kostenfreie Exklusivführung im Tropen-Aquarium an. Elisa Gülzow, Bereichsleiterin Aquaristik und Florian Ploetz, Bereichsleiter Terraristik geben spannende Einblicke in das Thema Artenschutz bei Hagenbeck, erläutern die artenschützenden Maßnahmen und stellen Projekte vor, in denen sich für vom Aussterben bedrohte Tierarten eingesetzt wird.

Adlerrochen im Hai-Atoll © Lutz Schnier

Wie wichtig ist es, aktiv Artenschutz zu betreiben? Welche Rolle spielen zoologische Einrichtungen dabei? Was kann jeder Einzelne tun, um den Erhalt der Artenvielfalt zu unterstützen? Diese Fragen werden in der 90-minütigen, exklusiven und limitierten Führung beantwortet.

Besucher können sich ab sofort im Hagenbeck-Online-Shop https://hagenbeck.ticketfritz.de/ Tickets sichern. Die Führung mit unseren Experten ist kostenfrei, es wird nur das reguläre Tagesticket für das Tropen-Aquarium fällig.

 

 

Donnerstag, 11. September 2025

Hagenbeck

Zebranachwuchs im Tierpark Hagenbeck
Kleiner Hengst entwickelt sich prächtig

© Hagenbeck

Für Chapman-Zebra (Equus quagga chapmani) Mhanasha war es die zweite Geburt, als sie am 07.09. einen gesunden Zebrahengst im Tierpark Hagenbeck zur Welt brachte. Seitdem kümmert sich die erfahrene Mutter fürsorglich um ihren gestreiften Schützling. 

Der kleine Hengst wurde "geboren, um glücklich zu sein". Denn genau das bedeutet sein afrikanischer Name Taio ins Deutsche übersetzt. Vater von Taio ist Zebrahengst Bakari, der seit dem 06. Juli 2020 bei Hagenbeck lebt und vorher im Zoo Rheine in Westfalen zu Hause war. 

© Hagenbeck

Die erste Zeit nach seiner Geburt verbrachte Taio im ruhigen Innengehege. Hier bekam er auch schon Besuch von Hagenbecks Zootierärztin, die die Erstuntersuchung inklusive Chippen vornahm und Vitamine verabreichte. „Da Taio doch ein eher großes Fohlen ist, musste er seine langen Beine nach der Geburt erst einmal sortieren. Mittlerweile steht er sicher und durfte auch schon auf die große Außenanlage, zusammen mit Mutter Mhanasha und Halbschwester Kufara, die 2021 bei Hagenbeck zur Welt kam“, weiß Dr. Prahl. 

In den kommenden Tagen wird Taio nur stundenweise draußen und somit für Besucher zu sehen sein, da Jungtiere noch sehr viel Ruhe benötigen. Lange kann es aber nicht mehr dauern, bis die komplette Zebraherde auf der Außenanlage umhergaloppiert. 

Das Chapman-Zebra ist eine Unterart des Steppenzebras, erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von zwei Metern und ein Gewicht von bis zu 350 Kilogramm. Die Streifen sind dunkelbraun bis schwarz und vergleichsweise dicht angeordnet. Am Hinterteil stehen die Streifen weiter auseinander und reichen an den Beinen fast bis zu den Hufen hinunter. Die Heimat des Chapman-Zebras sind die Steppen im südlichen Afrika: Sambia, Simbabwe, Botswana und Südafrika. 

Im Tierpark Hagenbeck leben die Chapman-Zebras zusammen mit Afrikanischen Straußen und Warzenschweinen in der Afrikanischen Steppe.

 

Mittwoch, 30. April 2025

Hagenbeck

Optimalgewicht bei Riesenschildkröten
Gesundheitscheck der Giganten im Tierpark Hagenbeck

© Hagenbeck
"Gehn wir mal nach Hagenbeck": „Unseren Tieren geht es sehr gut“, freut sich Reviertierpflegerin Jill Jensen nach dem Gesundheitscheck der Aldabra-Riesenschildkröten (Geochelone gigantea) im Tierpark Hagenbeck. „Als wissenschaftlich geführter Tierpark sind Daten wie Gewicht, Größe, Hautbeschaffenheit, Zustand des Panzers, des Schnabels und der Füße enorm wichtig, um optimale Haltungsbedingungen für unsere Tiere zu schaffen.“

© Hagenbeck

Jedes Jahr nach der Winterzeit, in der sich die Schildkröten im warmen Innengehege befinden, führen die Tierpfleger einen Gesundheitscheck der Aldabra-Riesenschildkröten durch. Das Ergebnis der diesjährigen Untersuchung ist zufriedenstellend. Leopold, die älteste und größte der fünf Schildkröten, bringt stolze 190 Kilogramm auf die Waage, Helene dagegen ist mit einem Gewicht von 75 Kilogramm eine leichte Riesin.

Schildkröten gehören zu den ältesten Tieren der Erde. Die Pflanzenfresser lebten bereits vor 200 Millionen Jahren, noch bevor die Dinosaurier durch Wälder und Steppen streiften. Ursprünglich stammen unsere Panzerträger von den Seychellen, wo tropisches Klima vorherrscht. Im Freiland kommen Aldabra-Riesenschildkröten heute nur noch auf dem Aldabra-Atoll vor, welches zu den Seychellen gehört.

© Götz Berlik

Die gemächlichen und tagaktiven Kriechtiere erreichen ein hohes Alter, nicht selten werden sie um die 200 Jahre alt, bei einem Gewicht von maximal 250 Kilogramm. Meist sind die Weibchen jedoch kleiner und leichter. 


Die friedlichen Riesen sind eher geräuschlos unterwegs. Ausnahmen gibt es allerdings zur Paarungszeit, wo sich männliche Tiere lauthals bemerkbar machen. Zudem stoßen die Tiere Zischlaute aus, wenn sie sich bedroht fühlen.

Im Tierpark Hagenbeck leben die Riesenschildkröten auf der Dinosaurierwiese hinter dem Orang-Utan-Haus, wo ihnen mehrere Hundert Quadratmeter Grünfläche inklusive Badeteich zur Verfügung stehen.

 

 

Samstag, 5. April 2025

Hagenbeck

Frühlingserwachen im Tierpark Hagenbeck

© Lutz Schnier - Humboldtpinguine

Paarungszeit, Nestbau und Jungtieralarm

Wenn Antarktische Pinguine durch das Eismeer spazieren, um ihre frisch renovierte Anlage zu beziehen, die Tierpfleger in den Birmateich steigen, damit die Rötelpelikane die Brutzeit einläuten können und bei den Gürteltieren das Liebesleben so richtig Fahrt aufgenommen hat, dann ist der Tierpark aus dem Winterschlaf erwacht und die Hauptsaison hat begonnen.

© Lutz Schnier - Humboldtpinguin

Rund zwei Monate dauerten die Umbauarbeiten bei den Antarktischen Pinguinen an, jetzt sind sie abgeschlossen und die Tiere durften gestern im Watschelgang auf ihre rund sechs Grad kühle Anlage zurückkehren. Neben der Erneuerung der Kühlflächen sowie der dazugehörigen Leitungen, wurde zudem die Beschichtung des Pinguin-Rundgangs saniert. Aus der vorherigen Steinlandschaft ist jetzt eine Gletscheroptik entstanden.

© Götz Berlik - Reviertierpfleger Thomas Behnke

Mit Wathose ging es für unseren Reviertierpfleger Thomas Behnke in den Birmateich. Der Grund: Bei den Rötelpelikanen steht die Brutsaison kurz bevor und die imposanten Großschnäbel haben Material für ihre Nester erhalten. Aus dem Heidekraut, welches sich bestens für die Nester eignet, können die Pelikane sich nun Ihre Brutstätten errichten. Jeder Pelikan legt zwei bis drei Eier. Die Brutzeit dauert rund 30 Tage an.

© Lutz Schnier - Rötelpelikane

© Lutz Schnier - Sechsbinden-Gürteltiere

Frühlingsgefühle herrschen auch bei den Sechsbinden-Gürteltieren. Die beiden rund 15 Monate alten Tiere Amelie und Falco wurden von den Tierpflegern bereits bei der Paarung beobachtet. Die Tragzeit bei Gürteltieren beträgt 60 bis 65 Tage und im Durchschnitt kommen bei einem Wurf drei Jungtiere zur Welt.

Auch bei den Humboldt Pinguinen hofft Hagenbeck in diesem Jahr auf Nachwuchs. Da die Gruppe vergrößert werden soll, ist geplant, die Jungtiere zu behalten. Im gesamten Tierpark sind derzeit Jungtiere zu bestaunen - weiterer Nachwuchs wird erwartet.

Dienstag, 14. Januar 2025

Hagenbeck

Tierischer Check-Up im Tropen-Aquarium Hagenbeck

Chinesische Krokodilschwanzechse © Hagenbeck

Das Tropen-Aquarium Hagenbeck beherbergt mehr als 350 Tierarten auf über 8.000 Quadratmetern. Um zu kontrollieren, ob sich die tierischen Bewohner vermehrt haben, wie viel sie wiegen und wie groß sie geworden sind, fand heute der alljährliche Check-Up statt.

Direkt zu Beginn durfte ein großer Zuchterfolg bewundert werden. Pünktlich zum Checkup kamen am 04.01. sechs der stark gefährdeten Chinesischen Krokodilschwanzechsen (Shinisaurus crocodilurus) auf die Welt. „Im ersten Jahr wachsen die Echsen recht wenig, danach gibt es einen Wachstumsschub, sodass sie mit gut anderthalb bis zwei Jahren ausgewachsen sind“, erklärt Florian Ploetz, Bereichsleiter für Terraristik. Zum Größenvergleich wurde der Echsen-Vater vorgestellt, welcher gut 130 Gramm mehr auf die Waage brachte als der 3-5 Gramm leichte Nachwuchs.

Blasenanemonen © Hagenbeck
Im Anschluss wurden die Blasenanemonen (Entacmaea quadricolor) begutachtet. Unsere Bereichsleiterin für Aquaristik, Elisa Gülzow, zählte 27 kupferrote und 11 grüne Blasenanemonen. „Wir führen regelmäßig Zählungen durch, da unsere Anemonen unter sehr guten Bedingungen leben und sie sich aufgrund dessen häufig vermehren. Daher kann sich die Anzahl sehr schnell stark verändern“, so Elisa Gülzow. 
Blaue Schmucklanguste © Hagenbeck

Zu guter Letzt standen die Blauen Schmucklangusten (Panulirus versicolor) auf dem Plan. Drei Tiere können im Roten Meer Panorama des Tropen-Aquariums bestaunt werden. Die zu den Zehnfußkrebsen gehörigen Tiere sind sehr intelligent und häuten sich regelmäßig, wobei sie sich gerne in Felsspalten zurückziehen. Aktuell zählen die Langusten nicht zu den bedrohten Tierarten, werden aber sehr stark befischt, sodass sich das leider schnell ändern könnte.

Dr. Guido Westhoff, Geschäftsführer bei Hagenbeck erklärt: „Jede Nachzucht ist wertvoll, besonders in Anbetracht der Gefährdung vieler Arten. Der Tierpark Hagenbeck engagiert sich daher sehr stark sowohl bei der Nachzucht als auch bei der zooübergreifenden Artenabgabe, um gefährdete Tierarten zu erhalten.“

Die EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) Kampagne Vietnamazing setzt sich für die Rettung der Krokodilschwanzechse ein. Von den halb-aquatisch lebenden Reptilien gibt es nur noch wenige hundert Exemplare im Freiland. Hagenbeck beteiligt sich an der Kampagne und macht mit Schautafeln auf die prekäre Lage aufmerksam.

 

Freitag, 6. Dezember 2024

Hagenbeck

Neuer Elefantenbulle im Tierpark Hagenbeck

Neuer Elefantenbulle Maurice im Tierpark Hagenbeck


Tonnenschwerer Zuwachs bei Hagenbeck: Er bringt rund 4,5 Tonnen auf die Waage, hat eine kräftige Statur, zwei mächtige Stoßzähne und eine Schulterhöhe von rund zweieinhalb Metern – Maurice, Hagenbecks neuer Elefantenbulle aus dem niederländischen Zoo Amersfoort, der auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in den Tierpark nach Hamburg zog.

Die Ankunft des tonnenschweren Neuzugangs verlief reibungslos. Nachdem Maurice seinen Spezial-Container verließ, erwarteten ihn ein großes Tierpfleger-Team, inklusive Tierärzte und Zoologischem Direktor. Denn einen männlichen Elefantenbullen gab es im Tierpark Hagenbeck mit Gajendra, der mittlerweile im Zoo München lebt, zuletzt vor acht Jahren.

Für den 23-Jahre alten Zuchtbullen wurden in den letzten Monaten viele Umbauten und Vorbereitungen getroffen, damit er sich in seinem
neuen Bullengehege, separat von den weiblichen Tieren rundum wohl fühlt. Maurice, der gebürtig aus Frankreich kommt und auch schon in Spanien lebte, wird in den nächsten ein bis zwei Jahren nicht nur die Herde der Asiatischen Elefanten im Tierpark Hagenbeck vergrößern, er soll künftig auch für Nachwuchs bei den Elefantenkühen sorgen. In anderen Zoologischen Einrichtungen hat dies bereits dreimal erfolgreich geklappt. In den kommenden Tagen hat Maurice Zeit, sich bei Hagenbeck einzuleben, seine Anlage, seine Artgenossen und seine Pfleger kennenzulernen. Vielleicht besuchen wir ihn mal im Tierpark Hagenbeck!

Mittwoch, 23. Oktober 2024

Hagenbeck

Neue Tierart bei Hagenbeck
Hej und Bienvenue kleine Sechsbinden-Gürteltiere

Sechsbinden-Gürteltier © Hagenbeck

Ein flexibler Panzer, kurze Beine mit mächtigen Krallen zum Buddeln, ein schuppenbesetzter Schwanz, mausartig nach oben stehende Ohren und kleine, schwarze Augen – seit wenigen Wochen gehören die Sechsbinden-Gürteltiere (Euphractus sexcinctus) als neue Tierart zu den Bewohnern des Tierparks. Die ersten Tage haben beide Tiere, ein acht Monate altes Weibchen aus Paris und ein neun Monate altes Männchen aus Randers in Dänemark, erst einmal hinter den Kulissen verbracht, um sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen.

Sechsinden-Gürteltier © Lutz Schnier

Ganz gemächlich ließen sich die Neuankömmlinge heute von Reviertierpfleger Tobias Taraba für einen kleinen Gesundheits-Check-up begutachten und ganz offiziell für die Besucher behutsam in ihr neugestaltetes Gehege setzen lassen. Als kleinen Snack vorweg gab es für Amelie und Falko, wie das Gürteltier-Pärchen getauft wurde, zuerst ein paar verstreute Mehlwürmer, ehe beide den Obst- und Gemüseteller mit Süßkartoffel und Rote Beete genüsslich verspeisten. Deutlich neugierig und aktiver am Tag als vergleichsweise andere Gürteltierarten, wühlen sich beide Tiere immer mit der Nase am Boden weiter auf der Suche nach schmackhaften Würmern und streifen quirlig durch ihr bereits bekanntes Gehege. Neben vielen Versteckmöglichkeiten, Schlafhöhlen und Felsen bietet die Anlage eine dicke Bodenschicht, um das natürliche Buddelverhalten der Tiere zu ermöglichen. Eine weitere Besonderheit ist die Vergesellschaftung der Sechsbinden-Gürteltiere mit den insgesamt 15 aktuell bei Hagenbeck lebenden Grünflügelaras. Beide Tierarten verbindet die ursprünglich Heimat Südamerikas. Während sich die Gürteltiere bereits an die Tierpfleger und auch an die Gesellschaft des jeweils anderen gewöhnt haben, sind sich die Grünflügelaras und Gürteltiere jedoch bisher noch nicht begegnet. Solange die Wetterverhältnisse in der Außenvoliere der Aras noch relativ angenehm sind, wird die erste direkte Begegnung beider Tierarten noch auf sich warten lassen.

Sechsbinden-Gürteltiere © Hagenbeck

Dass sich Amelie und Falko gut eingelebt und aneinander gewöhnt haben, konnte auch Reviertierpfleger Tobias Taraba bestätigen. Die beiden bereits geschlechtsreifen Gürteltiere konnten schon bei der ersten Paarung beobachtet werden. “Gürteltiere sind in der Zoowelt zwar gut vertreten, dennoch würden wir uns freuen mit beiden Tieren zukünftig züchten zu können“, so Dr. Westhoff, Zoologischer Direktor des Tierparks Hagenbeck. Dieser freut sich ganz besonders über die faszinierenden Neuzugänge. „Wir freuen uns eine ganz neue Tierart im Tierpark zeigen zu können und vor allem eine Säugetiergruppe zu präsentieren, die wir bisher noch gar nicht bei Hagenbeck thematisiert haben – die Nebengelenktiere zu denen auch Ameisenbären oder Faultiere gehören“, so Westhoff weiter.

Dass es aus den insgesamt 21 Gürteltierarten ausgerechnet das Sechsbinden-Gürteltier sein sollte, liegt am überwiegend tagaktiven Verhalten dieser Art, um den Tierparkbesuchern das Beobachten dieser Tiergruppe etwas zu erleichtern. „Weiterhin faszinierend an Gürteltieren ist, dass sie die einzigen Säugetiere mit einem Rückenpanzer aus Knochen sind, der sie vor Fressfeinden oder Verletzungen schützt“, so Westhoff weiter. Im Vergleich zu anderen Gürteltierarten können sich die bei Hagenbeck lebenden Gürteltiere bei Gefahr jedoch nicht zusammenrollen und vergraben sich stattdessen in den Boden.

Neben den zwei Neuzugängen als Highlight für die kältere Nebensaison, wurden in den vergangenen Monaten insgesamt vier Innenbereiche in den für die Besucher zugänglichen Tierhäusern für ein verbessertes Tierwohl und eine modernere Gehegegestaltung umgebaut. Neue Kunstkulissen, Bodenbereiche, Wandbemalungen und Fachwerkverkleidungen, aber auch Erneuerungen der Wasser-, Heiz- und Lichtsysteme wurden im Mandrill-, Ibis- und Grünflügelara-Haus sowie den Innenbereich des Haustierrevieres durchgeführt. Somit können die Besucher durch die geschaffene Atmosphäre nicht nur mehr in die Welt der jeweiligen Tiere eintauchen, sondern in der kalten Jahreszeit in den beheizten Bereichen auch eine wärmende Pause vom Rundgang durch den Park einlegen.