Montag, 6. Juli 2026

Nijinsky-Gala

Glanzvoller Spielzeitabschluss des Hamburg Ballett: Große Bühne für Beförderungen, Neuzugänge und einen emotionalen Abschied

Foto: Kiran West

Gestern war ich bei der Nijinsky-Gala LI - mit diesem glanzvollen Gala-Abend hat das Hamburg Ballett die 51. Hamburger Ballett-Tage und damit die aktuelle Spielzeit feierlich beendet. Unter dem Motto "Living Legacies" stand der Abend ganz im Zeichen des lebendigen Erbes des Tanzes – ein Leitgedanke, der sich in der Uraufführung von Alexei Ratmanskys Wunderland, dem facettenreichen Repertoireprogramm und dem mit Standing Ovations bejubelten Gastspiel der Compagnie Hervé Koubi widerspiegelte. 

Neben den künstlerischen Höhepunkten der Saison hat der Künstlerische Ballettdirektor Lloyd Riggins im festlichen Rahmen der fünfstündigen Gala nicht nur die Beförderungen innerhalb der Compagnie bekannt gegeben, sondern ehrte auch verdiente Ensemblemitglieder und verabschiedete eine langjährige Solistin.

Compagnie im Wandel
Die Nijinsky-Gala bot traditionell den Rahmen, um herausragende Leistungen der Compagnie-Mitglieder zu würdigen. Lloyd Riggins gab in diesem Zuge mehrere Beförderungen innerhalb des Ensembles bekannt.

Die Solist:innen Charlotte Larzelere, Olivia Betteridge und Louis Musin werden ab der nächsten Saison als Erste Solist:innen auf der Bühne stehen.  Zudem wurden die Gruppentänzer:innen Hayley Page, Ida Stempelmann, Francesco Cortese und Artem Prokopchuk offiziell zu Solist:innen ernannt.  

Der Aspirant der vergangenen Spielzeit José Abílio Neri rückt fest in das Corps de Ballet auf. Ebenfalls fest in das Corps de Ballet übernommen werden die ehemaligen Tänzer:innen des Bundesjugendballetts Bronte Barnett, Hannah McCloughan und Oskar Weissel-Hetzel. 

Abschied nach 13 Jahren

Ein emotionaler Höhepunkt des Abends war der Abschied der langjährigen Solistin und Dr.-Wilhelm-Oberdörffer-Preisträgerin Emilie Mazoń, die nach 13 Jahren auf der Bühne unter anhaltendem Applaus verabschiedet wurde. Mit einer bewegenden Interpretation in And So Am I der Choreografin Neshama Nashman setzte sie den Schlusspunkt hinter ihre Tanzkarriere. Während ihres Engagements beim Hamburg Ballett, davon sieben Jahre im Rang einer Solistin, prägte sie das Repertoire mit außergewöhnlicher Bühnenpräsenz und technischer Brillanz. Unvergessen bleiben dem Hamburger Publikum ihre eindringliche Kreation der Kitty in Anna Karenina, ihre lebensfrohe Marie in Der Nussknacker sowie ihre nuancenreiche Julia in Romeo und Julia. Das Hamburg Ballett bedankt sich von Herzen für die unvergesslichen Bühnenmomente. 

Internationale Verstärkung und Nachwuchstalente
Für die kommende Spielzeit 2026/27 freut sich das Hamburg Ballett über hochkarätigen internationalen Zuwachs: Der australische Tänzer Callum Linnane wechselt vom Australian Ballet als neuer Erster Solist nach Hamburg. Linnane ist dem Hamburger Publikum bereits bekannt; er gab sein viel beachtetes Debüt an der Elbe bereits im Mai in der anspruchsvollen Titelrolle von John Neumeiers Nijinsky

Auch die eigene Nachwuchsförderung trägt weiter Früchte: Als neue Aspirant:innen werden in der kommenden Saison Emma Nanau, Maria Valente, Konstantin Gosch, Paolo Leanza, René Kolapo und Romane Cornu mit dem Hamburg Ballett tanzen. Alle sechs haben ihre fundierte Ausbildung in der Ballettschule des Hamburg Ballett absolviert.

Ausblick auf den Herbst   

Nach der Sommerpause startet das Hamburg Ballett im September direkt mit Höhepunkten in die neue Spielzeit: 

22. Theaternacht Hamburg am 5. September 2026
Das Hamburg Ballett und seine Ballettschule öffnen die Türen des Ballettzentrums Hamburg – John Neumeier und bieten spannende Einblicke hinter die Kulissen sowie offene Proben der Compagnie und des Bundesjugendballetts. 

Saisonauftakt mit A Cinderella Story am 13. September 2026
Die Spielzeit startet offiziell mit der Wiederaufnahme von John Neumeiers choreografischer Interpretation des Märchenklassikers zur ausdrucksstarken Musik von Sergej Prokofjew.