Wiedergeburt des Konzertlebens in Hamburg
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© Michael Zapf
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Ab dem 4. August
gehen Tickets für mehr als 30 neu programmierte September-Konzerte in
Elbphilharmonie und Laeiszhalle in den Verkauf.
Tickets für mehr als 30 Konzerte im September – die meisten davon
im Großen Saal der Elbphilharmonie – gehen ab dem 4. August in den Verkauf. Alle Veranstaltungen entsprechen den Erfordernissen in
Corona-Zeiten. Sie dauern meist nur etwa eine Stunde, haben keine Pause und
finden, wo immer möglich, zwei Mal am selben Abend statt. Das von NDR
Elbphilharmonie Orchester und HamburgMusik gemeinsam verantwortete Programm zur
Saisoneröffnung beginnt am 1. September 2020 und markiert mit insgesamt sieben
Konzerten den Neustart des Konzertlebens in Hamburg nach nahezu halbjähriger
Zwangspause. Weitere Höhepunkte im Laufe des Monats: Das Ensemble Modern kommt
unter der Leitung von George Benjamin, das Mahler Chamber Orchestra gastiert
gleich an zwei Abenden, Teodor Currentzis hat für sein SWR Symphonieorchester
ein komplett neues Programm entwickelt, und auch das Ensemble Resonanz eröffnet
seine Spielzeit. Als Solistinnen sind u.a. Lisa Batiashvili und Patricia
Kopatchinskaja (Violine) zu erleben, die Sopranistin Anna Prohaska, die
Cellistin Alisa Weilerstein sowie der Geiger Leonidas Kavakos und der Pianist
Pierre-Laurent Aimard. Tickets ab 10 Euro sind auf www.elbphilharmonie.de erhältlich. Ein ausgeklügeltes
Hygiene- und Einlasskonzept gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit für
Publikum und Mitwirkende.
Alle
Brahms-Sinfonien zum Neustart
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Lisa Batiashvili © Sammy Hart, Deutsche Grammophon
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Mit der Sinfonie Nr. 2 von Brahms und dem 1. Violinkonzert von Prokofjew läutet das NDR Elbphilharmonie Orchester unter
der Leitung seines Chefdirigenten Alan
Gilbert am 1.9.20 um 20.00 Uhr gemeinsam mit der HamburgMusik die neue Saison
ein. Solistin ist Lisa Batiashvili.
Am 2., 4. und 5.9.20 spielt das Orchester dann jeweils Doppelkonzerte (18.30/21.00
Uhr), wobei die Paarung der beiden Komponisten erhalten bleibt und sukzessive
alle vier Brahms-Sinfonien und auch das Violinkonzert Nr. 2 von Prokofjew zur
Aufführung kommen (Solist: Leonidas
Kavakos, 4./5.9.).
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© Michael Zapf |
Gastspiele mit
spannenden, neuen Programmen
Die ersten auswärtigen Orchestergäste auf
der Bühne erwartet die HamburgMusik am 6.9.20 um 20.00 Uhr mit dem Ensemble Modern unter George Benjamin, in der Saison 2018/19
Composer in Residence der Elbphilharmonie. Die Musiker spielen Benjamins "At
First Light" und Wolfgang Rihms "Jagden und Formen" – ein Werk von beinahe
unentrinnbarer Sogwirkung. Tags darauf leitet George Benjamin das Mahler Chamber Orchestra mit Werken
von Janáček und Ravel und seinem Duett für Klavier und Orchester (Solist: Pierre-Laurent Aimard, 7.9.20, 18.30/21.00
Uhr). Das Mahler Chamber Orchestra bleibt noch in der Stadt, um zwei Tage
später Werke von vier großen B zu spielen – Bach, Boulez, Benjamin und Britten.
Bachs Hochzeitskantate und den Orchesterlied-Zyklus "Les Illuminations" von
Britten singt die Berliner Star-Sopranistin Anna Prohaska, die Leitung liegt beim Konzertmeister des Ensembles
Matthew Truscott (9.9.20, 20.00 Uhr).
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Pierre-Laurent Aimard © Marco Borggreve
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Das SWR Symphonieorchester und sein Chefdirigent Teodor Currentzis haben ihr als Entree
der Residenz der Geigerin Patricia Kopatchinskaja konzipiertes
Konzert komplett umgestellt und präsentieren stattdessen ein aufregendes
Programm mit Musik, die wie dafür gemacht scheint, auf Abstand gespielt zu
werden. Kopatchinskaja soliert in Giacinto Scelsis filigranem, mikrotonal
angelegtem Werk "Anahit / Lyrisches Poem für den Namen der Venus" und in einem
neuen Werk für Solovioline und Orchester, das Dmitri Kourliandski zu Ehren von Helmut Lachenmann komponiert hat.
Lachenmann selbst, der im November seinen 85. Geburtstag feiert, tritt zudem
als Sprecher in seinem Stück "…zwei Gefühle… / Musik mit Leonardo" auf. Dem
Werk liegt ein Text von Leonardo da Vinci zugrunde, es liefert einen zentralen
Beitrag zu seiner in Hamburg uraufgeführten Oper "Das Mädchen mit den
Schwefelhölzern". Eingerahmt wird das Programm von "Battalia", einem
hochexpressiven Stück des barocken Violinvirtuosen und Komponisten Heinrich
Ignaz Franz Biber mit teilweise präpariertem Instrumentarium (23.9.20, 18.30/21.00
Uhr).
Einige Programme
bleiben (fast) wie geplant
Aus Portugal reist das Remix Ensemble Casa da Música an und
stellt wie geplant Hans Zenders Neuinterpretation der "Diabelli-Variationen" von Beethoven dem Original gegenüber –
gespielt vom deutsch-rumänischen Weltklasse-Pianisten Herbert Schuch (22.9.20, 20.00 Uhr). Auch der Liederabend mit dem russischen Bass Mikhail Petrenko zieht lediglich vom Kleinen in den Großen Saal
der Elbphilharmonie um (16.9.20, 19.30 Uhr).
Die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker spielt das
ursprüngliche Programm ihres Elbphilharmonie-Debüts, verteilt die Werke von
Rebecca Saunders allerdings auf zwei Konzerte (27.9.20, 18.45/20.45 Uhr). Unter
der Leitung von Enno Poppe präsentieren
die jungen Musiker zunächst Saunders‘ "Cinnabar", ein Doppelkonzert für
Violine, Trompete, Ensemble und elf Spieluhren. Im zweiten Konzert tritt Fury
für Kontrabass solo an die Stelle des Doppelkonzerts, Solist ist Alexander Arai-Swale. Kombiniert
werden die Werke mit einem neuen Stück der Komponistin Milica Djordjević –
Preisträgerin des Ernst-von-Siemens-Komponistenpreises 2016 – und mit Enno
Poppes "Koffer".
Die Reihe "Das Alte Werk" feiert ihren Saisonauftakt im Großen Saal der Laeiszhalle, auch Interpreten und Werk
bleiben erhalten, das Programm wird lediglich etwas gekürzt und zweimal
gespielt: Die Accademia Bizantina
bringt unter der Leitung von Ottavio
Dantone Auszüge aus Vivaldis effektvoller Oper "Il Tamerlano" als konzertante Aufführung in italienischer Sprache
(29.9.20, 18.30/21.00 Uhr).
Die Konzerte der
Residenzorchester werden leicht angepasst
Das Ensemble Resonanz konnte seine Saisoneröffnung unter dem Titel "statt anderer gottheit" kalendarisch
beibehalten, hat es aber um einen Programmpunkt kürzen müssen, spielt nun Hans
Zenders "Hölderlin lesen I" mit Jens
Harzer als Sprecher sowie Beethovens Sinfonie Nr. 5 und doppelt das
Konzert (8.9.29, 18.30/21.00 Uhr).
Krzysztof
Urbański, Erster Gastdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, kehrt
mit insgesamt vier Konzerten und einem reinen Beethoven-Programm in den Großen
Saal zurück. Das Klavierkonzert Nr. 5 mit Dejan Lazić als Solist konnte vom ursprünglichen Programm
beibehalten werden, Schostakowitschs Sinfonie Nr. 12 wird durch Beethovens 1.
Sinfonie ersetzt (10./11.9.20, jeweils 18.30/21.00 Uhr). Zum Monatsende hin leitet
erneut Alan Gilbert das
Orchester, dann in einer Serie von Konzerten mit der Cellistin Alisa Weilerstein, die anstelle von
Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 nun Tschaikowskys Rokoko-Variationen
mitbringt. Zweiter Programmpunkt: die 3. Sinfonie von Beethoven, die "Eroica"
(24.9./26.9.20, jeweils 18.30/21.00 Uhr sowie 27.9.20, 10.30/13.00 Uhr).
Harbour Front
Sounds – Tickets ab 11. August
Karten für Harbour Front Sounds – ein Festival im Literaturfestival, das in
Kooperation mit HamburgMusik realisiert wird – sind derzeit noch auf Bestellung
erhältlich. Restkarten gehen am 11. August in den Verkauf.
Weitere
Veranstalter
Des Weiteren gelangen ab heute Tickets für
Konzerte mit dem Belcea Quartet
in den Verkauf (24.9.20, Laeiszhalle Großer Saal, 19.30 Uhr), für das Festival der Preisträger des Fanny
Mendelssohn Förderpreises (26.9.20, 18.45/20.45 Uhr, Elbphilharmonie Kleiner
Saal) sowie für das Auryn Quartett,
das seinen Auftritt beim diesjährigen International
Mendelssohn Festival vom Kleinen in den Großen Saal der Laeiszhalle
verlegt (27.9.20, 20.00 Uhr) hat. Die weiteren Konzerte des Festivals mussten
Corona-bedingt abgesagt werden.
Ticketinformationen
und Hinweise zum Konzertbesuch
Tickets sind online über www.elbphilharmonie.de erhältlich. Kunden, denen eine Online-Buchung nicht
möglich ist, können unter +49 357 666 66 anrufen (Di-Sa 10-16 Uhr). Eine Übersicht über alle weiteren Konzerte
und Vorverkaufstermine gibt es auf www.elbphilharmonie.de (gleich auf der Startseite, oben rechts "Verfügbare
Konzerttickets« anklicken).
Solange das Konzertleben weiterhin den
Unwägbarkeiten infolge der Corona-Pandemie unterworfen bleibt, starten
HamburgMusik, NDR und einige andere Veranstalter jeweils am ersten Dienstag
eines Monats den Vorverkauf für die neuen Konzerte des Folgemonats. Am 1.
September 2020 gelangen demzufolge die Tickets für Oktober 2020 in den Verkauf.
Für den Konzertbesuch gelten aktuell
besondere Vorgaben: So ist in Elbphilharmonie und Laeiszhalle auf allen
Laufwegen im Konzertbereich eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Auf den
Plätzen im Saal, die einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Besuchern
bzw. Besuchergruppen gewähren, gilt keine Maskenpflicht. Auch beim Aufenthalt
im Foyer muss unter Wahrung des Mindestabstands zu anderen Gästen keine Maske
getragen werden. Anders als bisher öffnen die Häuser für Konzertbesucher nun 60
Minuten vor Veranstaltungsbeginn. Foyers und Säle werden gleichzeitig geöffnet.
Die Konzertgastronomie in den Foyers ist nur vor der Veranstaltung in Betrieb.
Alle Hinweise – auch zur Nutzung der Garderoben und Aufzüge sind auf www.elbphilharmonie.de zu finden.