Studie: Deutsche sind 71 Stunden pro Woche online
Jeder Dritte unter 40 Jahren will Internetnutzung reduzieren Gesundheitliche Aspekte geraten zunehmend in den Fokus
Die Internetnutzungsdauer der Deutschen steigt weiter:
Bundesbürger*innen verbringen durchschnittlich 71 Stunden pro
Woche online, das bedeutet einen Anstieg von 21 Stunden in den
vergangenen fünf Jahren. Allein seit dem Vorjahr nahm die
Internetzeit um rund sechs Stunden zu. Besonders auffällig ist
die intensive Internet-Nutzung der sogenannten Digital
Natives (Menschen zwischen 18 und 39 Jahren). Diese Gruppe ist
rund 93 Stunden pro Woche online. Das entspricht fast vier ganzen
Tagen. Dies sind die Ergebnisse der repräsentativen Studie
„Die digitalen Deutschen 2023“ der Postbank.
Bevorzugtes Gerät bleibt wie in den Jahren davor das
Smartphone. 84 Prozent der Befragten nutzen es für den Zugang ins
Internet, gefolgt von Laptop (65 Prozent), PC (50 Prozent) und
Tablet (48 Prozent). Die meisten digitalen Geräte sind bei
Jüngeren verbreiteter als bei Älteren. So nutzen 91 Prozent der
18- bis 39-Jährigen das Smartphone, während es bei den über
40-Jährigen 82 Prozent tun. Eine Ausnahme bildet der Laptop. Er
wird von 66 Prozent der Älteren genutzt und damit mehr als von den
Jüngeren (63 Prozent). Den Desktop-PC nutzen beide
Generationen gleich häufig: jeder Zweite geht damit ins
Internet, egal ob jung oder alt.
„Die stetig steigende Internetnutzung hat auch eine
beschleunigte digitale Transformation in der Bankenbranche
ausgelöst. Wir entwickeln personalisierte Online-Angebote
weiter und nutzen soziale Medien, um mit unseren Kunden in
Kontakt zu bleiben. Mehr und mehr entwickelt sich das Handy zur
digitalen Filiale, dabei schätzen die Kundinnen und Kunden vor
allem die jederzeitige Verfügbarkeit“, sagt Thomas Brosch,
Leiter Digitalvertrieb der Postbank.
Weniger Zeit in sozialen Netzwerken und mehr Zeit für die Familie
Während 30 Prozent der Jüngeren schon über eine Reduzierung
ihrer Online-Zeit nachdenkt, sind 82 Prozent der Befragten ab
40 Jahren zufrieden, wie es ist. Junge Leute sehen vor allem
soziale Netzwerke als zeitintensiv an. 41 Prozent wollen sich
von dort mehr zurückziehen. 37 Prozent der Älteren geht es mehr
darum, allgemein weniger zu surfen. Die gewonnene Zeit wollen
30 Prozent vor allem für persönliche Treffen mit Familie und
Freunden nutzen.
Darüber hinaus spielen auch gesundheitliche Aspekte immer
mehr eine Rolle: 28 Prozent der Befragten, die ihre private
Internetnutzung einschränken möchten, glauben, dass weniger
Online-Zeit ihre Konzentration, Produktivität und
Kreativität im Alltag steigert (plus 5 Prozentpunkte im
Vergleich zu 2022). Ebenso viele möchten sich besser
konzentrieren können und rund 20 Prozent möchte nicht ständig
erreichbar sein.
Hintergrundinformationen zur Postbank Digitalstudie 2023
Für die „Postbank Digitalstudie
2023 – Die digitalen Deutschen“ wurden im August letzten Jahres
3.038 Bundesbürger befragt. Die Postbank untersucht mit der
Studie im neunten Jahr in Folge, welche Entwicklungen sich in den
verschiedenen Lebensbereichen in Bezug auf Digitalisierung
allgemein und insbesondere zu Finanzthemen abzeichnen. Um
eine bevölkerungsrepräsentative Struktur abzubilden,
erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland
(Proportionalisierung), Alter und Geschlecht. Als
Referenzdatei wurde der Zensus 2021 des Statistischen
Bundesamtes zugrunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze
Zahlen gerundet. Abweichungen in den Summen lassen sich durch
Rundungsdifferenzen erklären.