ARD/ZDF-Medienstudie 2026:
Nutzung von KI-Tools nimmt Fahrt auf / Öffentlich-rechtliche Streamingangebote erreichen mehr als die Hälfte der Bevölkerung
KI-Tools sind im Alltag der Deutschen angekommen, jedoch nicht in allen
Altersgruppen gleichermaßen. Mehr als die Hälfte der Deutschen nutzt die öffentlich-rechtlichen Streaming-Angebote. YouTube und Spotify sind nach wie vor die wichtigsten Plattformen beim Streaming von Video und Audio. Das sind zentrale Ergebnisse der neuesten ARD/ZDF-Medienstudie, die am Dienstag, dem 22. September 2026, veröffentlicht wurde.
Die
Nutzung von KI-Tools wächst dynamisch, inzwischen verwenden sie 59 Prozent zumindest
gelegentlich, wobei ein starkes Altersgefälle auffällt: Von den 14- bis
29-Jährigen (92 Prozent) bis zu den ab 70-Jährigen (15 Prozent). Mehr als die
Hälfte (54 Prozent) begegnen den Ergebnissen der KI-Tools jedoch mit Skepsis:
Sie werden vor allem als Werkzeuge angesehen, deren Ergebnis im Zweifel
überprüft werden muss. 43 Prozent der Nutzenden von KI-Tools halten die
Quellenangaben beim Umgang mit KI für transparent.
Gleichzeitig hält eine Mehrheit (81 Prozent) die Quellenangaben für (sehr)
wichtig. Mit Blick auf die Streamingangebote zeigt der vielfältige und
schnelllebige Plattformmarkt inzwischen weniger ein stetiges Wachstum als
vielmehr eine Phase der Stabilisierung und Ausdifferenzierung: Bei den
Video-Streaming-Plattformen bestätigt YouTube seine Führungsposition und
erreicht 71 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Die öffentlich-rechtlichen Streaming-Netzwerke von ARD und ZDF erreichen in diesem Jahr 56 beziehungsweise
51 Prozent der Bevölkerung. Fast identische Gesamtreichweiten erreichen Netflix
und Amazon Prime Video.
Mit einer Reichweite von 44 Prozent der Bevölkerung ist Spotify weiterhin der meistgenutzte Anbieter für Audio- und Musik-Streaming. YouTube Music, in diesem Jahr erstmals in der ARD/ZDF-Medienstudie, erreicht 30 Prozent der Bevölkerung. ARD Sounds (ehemals ARD Audiothek) kommt mit seinem Mix aus Radio, Podcasts, Hörspielen und Hörbüchern weiterhin auf 15 Prozent.
Florian Hager, Intendant des Hessischen Rundfunks: „KI wird die Mediennutzung massiv verändern, und wir sehen in der Studie schon, dass vor allem jüngere Menschen durch diese Tools anders an Informationen kommen. Darauf müssen wir uns als öffentlich-rechtliche Medien einstellen und unsere Rolle aktiv nutzen: als Einordnungsinstanz gegen Deepfakes, als Vermittler von Medienkompetenz und als Medienhaus, das KI verantwortungsvoll nutzt.“
Dr. Florian Kumb, Direktor Audience im ZDF: „Streamingangebote bauen ihre Rolle als zentrale Zugangswege zu Medieninhalten weiter aus. Dass die eigenen Streamingangebote der Öffentlich-Rechtlichen inzwischen mehr als die Hälfte der Bevölkerung erreichen, ist ein starkes Signal für die Relevanz unserer Inhalte im digitalen Raum. Das wollen wir ausbauen – und das Angebot des ZDF überall dort weiterentwickeln, wo das Publikum unsere Inhalte nutzt.”
Weitere Befunde der Medienstudie 2026: Die Mediennutzungsgewohnheiten von linearen zu non-linearen Angeboten verändern sich in diesem Jahr nur leicht. Während Jüngere schon überwiegend streamen, nimmt die non-lineare Nutzung mit zunehmendem Alter ab, gewinnt dort aber ebenfalls an Bedeutung gegenüber dem Vorjahr.
Wie
bisher werden detaillierte Ergebnisse der Mediennutzung bei Media Perspektiven
sowie auf der Studien-Website veröffentlicht. Für eigene Analysen stellen die
Herausgeberinnen und Herausgeber der Studie ein Auswertungstool zur Verfügung:
In der kostenlos öffentlich zugänglichen Software MedienSwift lassen sich die
aktuellen Daten einsehen und mit den Vorjahreswerten aus 2025 vergleichen.
Über die ARD/ZDF-Medienstudie
Die ARD/ZDF-Medienstudie wird seit vielen Jahren von der ARD/ZDF-
Forschungskommission beauftragt, um jährlich Grundlagen und Trends zur
Mediennutzung in Deutschland zu erheben. Mit ihrer heutigen Veröffentlichung
setzt sie eine Zeitreihe fort, die bis 1964 zurückreicht. Insgesamt wurden für
die diesjährige Studie 2.462 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren in
Deutschland befragt: 70 Prozent davon per Telefon auf Basis einer repräsentativen Dual-Frame-Stichprobe, weitere 30
Prozent über ein Onlinepanel. Die Erhebung wurde vom Institut GIM zwischen dem 27. Januar und 19. April 2026
durchgeführt.
Alle Grafiken: ARD/ZDF-Medienstudie





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