Dienstag, 17. Dezember 2019

Moin Antarktis - Teil 7: Drake Passage


Auf in die Antarktis:
Einschiffung und Drake Passage


Der Stadtrundgang in Ushuaia ging zu Ende – um 14.00 Uhr konnten wir endlich einschiffen. Die Midnatsol von Hurtigruten wartete bereits im Hafen von Ushuaia auf uns. Die Anzahl der Touristen, die in die Antarktis fahren dürfen, ist übrigens begrenzt. Und auch sonst gibt es viele Vorschriften zu beachten, dazu aber später mehr.
 


Rauf aufs Schiff, rein in Kabine 455 – Koffer und Tasche auspacken – doch oh là là – passen wir da beide überhaupt rein?????


Ein glücklicher Zufall kam uns später zu Hilfe. Es waren noch bessere Kabinen in den oberen Decks frei – gegen Aufzahlung versteht sich. 

Wow! Kabine 825 kann sich wirklich sehen lassen: Wohnzimmer, Schlafzimmer, großer Balkon mit Deckchairs. Jetzt war ich super happy!!! Endlich angekommen im Urlaub!!! Und eine Internet-Flatrate gibt es hier auch (vorher hatte ich ja immer von „Digital Detox“ gesprochen…). Nie hätte ich gedacht, dass ich zeitnah über die Reise berichten kann!

Wunderbar auch das Feeling bei der Durchquerung der Drake Passage: Seichter Seegang, gutes Wetter – noch mal Glück gehabt. Die Pillen gegen Seekrankheit, die ich präventiv mitgenommen hatte, konnten im Koffer bleiben.
 

Albatrosse begleiteten uns jederzeit
 

Die über 1.000 Kilometer breite Drake Passage ist eine der berüchtigsten und sturmreichsten Seestraßen der Welt. Tiefdruckgebiete bestimmen häufig den antarktischen Kontinent, Wind und Wellen können hier leicht in Rage geraten – und wie!! Strömung und Wellen, die um die Antarktis kreisen, werden durch die Landmassen eingeschnürt und wie durch eine Art „Düse“ gepresst. So entsteht ein riesiges Strömungssystem mit Wellen, die sich zu bis zu 14 Meter Höhe aufbauen können.
Und siehe da: Das Wasser wurde plötzlich unruhiger. Plötzlich die Durchsage des Kapitäns: „Unsere Route muss geändert werden“. 

Ein chilenisches Transportflugzeug war kurz vor unserer Abreise in der Antarktis abgestürzt und unser Schiff wurde nach internationalem Seerecht aufgefordert, bei der Suche zu helfen. Nun zeigte die Drake Passage ihr wahres Gesicht: Windstärke 9, hohe, zischende Wellen. Die Midnatsol mutierte zu einer Nussschale auf dem riesigen Meer, schlingerte, stampfte, bäumte sich auf und sank wieder in die Wellen hinab – mir wurde schlecht. Erneute Durchsage des Kapitäns: „ We have harsh winds, weather conditions have changed completely, do NOT GO out on the outdoor decks“! Klare Ansage des Kapitäns, dem darf man sich nicht widersetzen.

Schnell habe ich eine Pille eingeworfen, blieb in der Kabine und ließ alles über mich liegend ergehen. Ich war nicht die Einzige, der es so erging, wie ich am nächsten Morgen erfuhr… Das harsche Wetter dauerte die ganze Nacht über an – aber mit Pille gegen Seekrankheit und liegend war es einigermaßen zu ertragen – und überhaupt alles besser zu ertragen in Kabine 825 mit Blick auf den Horizont vom Bett aus…..
Am nächsten Morgen war alles vorbei. Wir fuhren hinein in das Gebiet der südlichen Shetland-Inseln. Sie erstrecken sich über eine Länge von 400 Kilometern und sind der antarktischen Halbinsel vorgelagert. Eine Anlandung war für den Ankunftstag Tag geplant: Mit Zodiacs (Tenderbooten) sollte es zur Arctowski-Station gehen, wo polnische Forscher ihren Studien nachgehen und wo man auch Tiere beobachten kann.

Mehr zu diesem Ausflug erfahrt Ihr in meinem nächsten Blogbeitrag.  

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